Am Samstag (18 Uhr) beginnt für die Schoren-Girls bei den Perchtoldsdorf Devils die neue Saison in der WHA Challenge.
Nach dem bitteren Abstieg aus der WHA Meisterliga schlägt der SSV Dornbirn Schoren ein neues Kapitel auf. Das Ziel für die kommende Spielzeit ist dabei klar definiert: Die Schoren-Girls wollen auf direktem Weg zurück in Österreichs höchste Spielklasse.
Über den Sommer hat sich beim SSV einiges verändert. Mit Marko Tanaskovic übernahm ein neuer und erfahrener Trainer die Mannschaft. Trotz einiger Abgänge kann der SSV weiterhin auf wichtige Leistungsträgerinnen aus der Vorsaison bauen. Ergänzt wurde der Kader durch heimische Verstärkungen, junge Talente aus dem eigenen Nachwuchs sowie internationale Neuzugänge.
Nach intensiven Vorbereitungswochen und einer gelungenen Generalprobe mit zwei Testspielsiegen geht es nun erstmals um Punkte. Mit Perchtoldsdorf wartet zum Auftakt gleich ein anspruchsvoller Gegner, der sich in den vergangenen Jahren regelmäßig im Spitzenfeld der WHA Challenge etablieren konnte. Vor seinem ersten Meisterschaftsspiel als SSV-Cheftrainer spricht Marko Tanaskovic über die Entwicklung seiner Mannschaft, seine Spielidee, die Favoritenrolle und das klare Ziel Wiederaufstieg.
„Wir verstecken uns nicht vor der Favoritenrolle“
Marko, die intensive Vorbereitung liegt hinter euch. Wo steht die Mannschaft wenige Tage vor dem Saisonstart?
Die Mannschaft trainiert nach wie vor sehr intensiv. Unser klares Ziel ist es, die Dynamik und Qualität aus dem Training direkt auf das Spielfeld zu übertragen – wir wollen so spielen, wie wir trainieren. Wenn wir auf die erste Woche zurückblicken, haben wir bereits riesige Fortschritte gemacht und uns von unserem damaligen Stand weit entfernt. Wir sind definitiv auf dem richtigen Weg. Gleichzeitig müssen wir realistisch bleiben: Wir befinden uns nach wie vor in einem Entwicklungsprozess, der noch Zeit in Anspruch nehmen kann. Wie schnell wir vorankommen, hängt letztendlich sehr stark von den Spielerinnen selbst, ihrer Bereitschaft und ihrem Einsatz auf dem Feld ab.
Was hat dir während der Vorbereitung besonders gut gefallen – und wo siehst du noch Luft nach oben?
Besonders gut gefallen mir die Disziplin und die Ernsthaftigkeit, die die Mannschaft auf dem Spielfeld zeigt. Die Mädels ziehen voll mit. Sehr intensiv arbeiten wir aktuell an unserem Spielsystem. Unser Fokus liegt auf einem hohen Handballtempo, einer deutlich geringeren Fehlerquote und der Fähigkeit, die Konzentration über die vollen 60 Minuten hochzuhalten. Da haben wir definitiv noch Luft nach oben. Zudem haben wir einige junge Spielerinnen im Kader, bei denen wir geduldig sein müssen. Sie brauchen Zeit, um sich zu entwickeln – und diese Geduld werden wir auch haben.
Mit welchem Gefühl gehst du persönlich in dein erstes Meisterschaftsspiel als Cheftrainer des SSV?
Mein Gefühl wird immer dasselbe sein – ganz egal, wer auf der anderen Seite steht: Ich will jedes Spiel gewinnen, und genau mit dieser Mentalität bereite ich auch meine Mannschaft vor. Mein Fokus liegt voll und ganz auf meinem eigenen Team, dem ich absolutes Vertrauen schenke. Gleichzeitig spüre ich eine große Vorfreude und ein gesundes Kribbeln, dass die Liga nun endlich losgeht.
Worauf wird es beim Saisonstart besonders ankommen?
Wir müssen von der allerersten Minute an hellwach sein und den unbedingten Siegeswillen auf die Platte bringen. Von Beginn an müssen wir taktisch hochdiszipliniert agieren. Ein ganz wichtiger Faktor wird sein, die anfängliche Nervosität schnell abzulegen und jene Phasen, in denen wir unkonzentriert sind, komplett zu vermeiden. Wenn wir über die gesamte Spielzeit unseren Plan konsequent durchziehen, werden wir erfolgreich sein.
Nach dem Abstieg aus der WHA Meisterliga ist die Erwartungshaltung groß. Wie gehst du mit dem Druck um, von Beginn an vorne mitspielen zu müssen?
Mich persönlich motiviert diese Art von Druck nur noch mehr. Ich lebe schon mein ganzes Leben mit Druck im Sport – ohne ihn würde mir im Handball etwas fehlen. Unser Ziel ist von Anfang an glasklar: Wir wollen souverän Platz eins erreichen. Das ist der Anspruch, den ich an mich selbst habe, und das kommuniziere ich auch den Mädels jeden Tag. Wir verstecken uns nicht vor der Favoritenrolle, sondern nehmen sie als Ansporn an.
Wie schätzt du die WHA Challenge in dieser Saison ein? Welche Mannschaften erwartest du besonders stark?
Da ich neu in dieser Rolle bin, lerne auch ich die Liga gerade erst genauer kennen. Natürlich werden wir jeden einzelnen Gegner analysieren und uns professionell vorbereiten. Aber unser größter Gegner können in dieser Saison nur wir selbst sein. Der Fokus liegt zu einem weitaus größeren Teil auf uns – darauf, wie wir auftreten, wie wir unser Spiel aufziehen und wie wir den SSV präsentieren wollen. Wenn wir unsere Leistung abrufen, müssen sich die anderen Teams nach uns richten.
Zum Auftakt wartet Perchtoldsdorf. Was erwartest du von den Devils und was wird für euch entscheidend sein?
Perchtoldsdorf kann ein sehr unangenehmer Gegner sein. Ich weiß, dass es für kein Team leicht sein wird, gegen sie zu spielen. Für uns wird es vor allem auf Geduld, einen kühlen Kopf und den unbedingten Siegeswillen ankommen. Man darf nicht vergessen: Es ist nicht einfach, einer Mannschaft nach einer schwierigen Vorsaison wie der letzten von heute auf morgen eine echte Gewinnermentalität einzupflanzen. Aber genau daran arbeiten wir tagtäglich im Training. Wir haben zudem einige neue Spielerinnen im Kader. Deshalb ist es für dieses Spiel und die gesamte Saison entscheidend, dass wir als echtes Team funktionieren und nicht als Einzelkämpferinnen. Nur gemeinsam werden wir diese Aufgaben meistern.
WHA-Challenge – 1. Spieltag
Perchtoldsdorf Devils – SSV Dornbirn Schoren
Samstag, 12. September, Siegfried Ludwig Halle
WHA 18 Uhr – U18 16 Uhr












